Fehler und Niederlagen – wie komme ich damit klar?

Hier sehen Sie Andreas Heiss

Keine Angst vor Niederlagen!

Für niemanden ist es ein gutes Gefühl zu erkennen, dass man einen Fehler begangen hat oder dass eine bestimmte Sache nicht den Ausgang genommen hat, den man beabsichtigt hat (erlittene Niederlagen).

Neben dem eigenen Zugeständnis, nicht die richtige Entscheidung getroffen oder einfach „versagt“ zu haben (mit allen damit verbundenen negativen Gefühlen), ist oft das Gefühl sich vor anderen zu blamieren noch viel schlimmer. Im Extremfall eskalieren die negativen Gefühlszustände in tiefsitzendem Schamgefühl – für eine lange Zeit.

Sich zu „schämen“ ist psychologisch gesehen auch eines der schlimmsten Gefühle, die man haben kann und ein unglaublich großes Hindernis auf dem Weg zum selbstbestimmten Leben (Selbstachtung, Selbstvertrauen,…).

Wir Menschen haben häufig die ungesunde Tendenz allen gefallen zu wollen bzw. Bestätigung zu suchen. Und wenn wir annehmen, dass eine bestimmte Aktion nicht auf vollständige Gegenliebe stößt, fühlen wir uns schon unwohl.

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Nun könnten wir Pläne schmieden und Konzepte entwickeln, wie wir Fehler vermeiden und negative Gefühle umschiffen.

Nur wäre das der komplett falsche Ansatz! Jeder erfolgreiche Mensch oder Mental-Coach wird dir sagen, wie wichtig es ist, Fehler zu machen. Lies auch einmal ruhig Biographien von bekannten Menschen, die wirklich etwas erreicht haben und du wirst feststellen, dass auch die erfolgreichsten hundertmal gescheitert sind. Nur haben diese Menschen den Willen und die Sturheit einfach nicht aufzugeben – und wenig, bis keine keine Angst vor Niederlagen.

Ohne Fehler – keine Entwicklung! Ohne Fehler – kein Erfolg!

Jeder – aber auch wirklich jeder, der mutig aus seiner Komfortzone ausbricht und Neues versucht, riskiert Fehler und Niederlagen. Das lässt sich nicht vermeiden und das ist auch OK!

Es gibt keine Sicherheiten und keine Garantien!

Und darum geht es ja, wenn wir das große Bild betrachten. Wir wollen uns ja weiterentwickeln – wir wollen unsere wertvolle Zeit auf diesem Planeten nutzen – und wir wollen ein glückliches und selbstbestimmtes Leben führen. Und das Glück resultiert aus stetiger Progression bzw. Weiterentwicklung – Stillstand befriedigt niemanden.

Wenn unser Glück von unserer persönlichen Weiterentwicklung abhängig ist und wir für die Weiterentwicklung unsere Komfortzone verlassen müssen, dafür aber Fehler riskieren, dann ist die logische Konsequenz nur…

…dass wir die Angst vor Fehlern und dem Versagen ablegen!

„Den größten Fehler, den man im Leben machen kann, ist, immer Angst zu haben, einen Fehler zu machen.“ – Dietrich Bonhoeffer

Nicht die Fehler vermeiden, sondern sie begrüßen und als das akzeptieren was sie sind:
  - neutrales Feedback auf eine Aktion
  - Möglichkeiten zu lernen bzw. nicht Funktionierendes auszuschließen
  - Training für die persönliche Weiterentwicklung (Selbstvertrauen, dickere Haut,…)

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Aber um unangebrachte Ängste abzulegen, braucht es mehr als ein paar nette Weisheiten oder eine neue Definition des Auslösers. Hier landen wir wieder beim Training, üben oder wiederholtem Anwenden. Schritt für Schritt sich den Ängsten direkt stellen, sich überwinden, erkennen, dass nichts so schlimm ist, wie vorher angenommen. Den kleinen Sieg über sich selbst feiern und das nächste Mal einen Schritt weiter gehen.

Bei jedem noch so kleinen Sieg steigt unser Selbstvertrauen ein kleines Stück mit. Bis wir irgendwann ganz relaxed sagen können: „Mir ist ein Fehler passiert – was soll‘s? Weiter geht’s!“.

Ich möchte mit dir noch ein paar praktische Ansätze diskutieren, welche dir helfen können die Angst vor Fehlern abzulegen. Nur zu sagen, hab keine Angst vor Fehlern ist zu wenig.

Mach regelmäßig Fehler!

Wie oben beschrieben – durch Üben wird man besser. Sei ruhig mutig und probiere Neues. Wenn du ein leicht ungutes Gefühl im Bauch hast und sich eine gewisse Unsicherheit einstellt – genau dann bist du auf dem richtigen Weg. Denn ab diesem Punkt verlässt du deine Komfortzone und fängst an als Mensch zu wachsen.

„Selbstbewusstsein kommt nicht daher, immer richtig zu liegen, sondern daher, keine Angst zu haben auch mal daneben zu liegen.“ – Peter T. Mcintyre

Wenn ein Fehler passiert, dann versuche ihn nicht zu verstecken. Im Gegenteil – stehe dazu! Sei immer ehrlich, vor allem zu dir selbst. Es ist passiert, ich hab‘s jetzt kapiert, das nächste Mal mache ich es anders oder besser - „Lesson learned“!
Genau das wiederholst du nun immer und immer wieder! Bis es sitzt!

Vergiss nie, dass du deine Fehler brauchst, um zu lernen. Fehler sind somit nichts Schlechtes per se. Sie sind nur ein Ergebnis. Nimm sie an und nutze sie!

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Sei ruhig stolz darauf Fehler begehen zu können. Nur Faule und Feiglinge machen keine Fehler ( naja – sie machen den passiven Fehler des Nichtstuns).

Suche nie nach Bestätigung von anderen!

Ganz gefährlich! Nicht alle Menschen möchten dich unterstützen. Einige Menschen in deinem Umfeld halten dich sogar unbewusst oder mit guten Absichten (Bsp. beschützende Mutter) zurück.

Jeder, der versucht mehr aus sich zu machen (ich meine hier nicht nur Geld oder Karriere – es gilt für alle Lebensbereiche), wird früher oder später auf Gegenwind stoßen. Menschen, die nicht den Mut oder die Motivation aufbringen, um weiterzukommen bzw. um etwas zu bewegen, haben die Strategie, ihr Umfeld auf ihr Niveau runter zu ziehen. Denn wenn alle auf einem Level sind, ist die Welt in Ordnung und diese Leute müssen sich nicht mehr mit ihren Unzulänglichkeiten auseinandersetzen!

Nimm konstruktives Feedback dankend an – das ist wertvoll. Aber lass keinen „Hate“ zu und halte dich von toxischen Leuten fern!

Du hast beherzt einen weiteren Schritt getan, um dein Leben zu verbessern. Wer soll da das Recht haben dich zu kritisieren? Niemand! Und schon gar nicht die ganzen feigen und faulen Schweine, die den eigenen Hintern nicht hoch bekommen und nur mit der Klappe oder anonym vorm Bildschirm die großen Helden sind.

Sorry – für die Ausdrucksweise! Aber das möchte ich wirklich ganz klar sagen: Nicht jeder ist in der Position dich zu kritisieren – und du darfst das auch nicht an dich heran lassen!

Leute, die auf der gleichen Welle sind wie du, werden deine Aktionen respektieren und dich im Idealfall sogar unterstützen. Den traurigen Rest brauchst du nicht.

Daher – Zieh dein Ding durch und lass dich nicht stoppen! Polarisiere ruhig – du musst nicht jedem gefallen! Das kannst du sowieso nicht!

Setze die Fehler ins richtige Verhältnis!

Egal ob wir uns für Fehler schämen oder einfach nur „blöd“ fühlen – das Gefühl ist für uns selbst viel stärker, als es die Wahrnehmung für andere ist.  

Allgemein haben wir die Eigenschaft, dass wir uns am liebsten mit uns selbst beschäftigen. D.h. für die Angelegenheiten anderer interessieren wir uns nicht lange und auch nicht sehr intensiv. Das hat den Vorteil, dass vermeintliche „Blamagen“ schnell vergessen sind bzw. von Dritten gar nicht wirklich wahrgenommen werden.

Unser Kopf malt das Bild immer viel größer als es in Realität wirklich ist.

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Es hilft manchmal auch vorab den Realitätscheck zu machen:
Stell dir die Frage - wenn du zweifelst, ob du etwas machen willst oder nicht - was ist das Schlimmste, was passieren kann? In den allermeisten Fällen, wird die Antwort relativ unspektakulär sein – denn meist passiert einfach nicht viel. An dieser Stelle, erinnere dich bitte, dass du nicht jedem gefallen musst…

Noch eine Methode ist das „rauszoomen“:
Stelle dir vor, du schaust dir von 2 Metern über deinem Kopf zu. Nun zoomst du im Gedanken raus bis du dein Haus, deine Gegend, dein Land, deinen Kontinent, den ganzen Planeten siehst. Wenn du möchtest, kannst du auch noch ins Universum rauszoomen. So wie am Ende von „Men in Black“ (dem Film mit Will Smith)!

Sinn dieser Übung ist es, die Relation von deinen Problemchen oder potentiellen Auswirkungen deines Handelns zu begreifen. Das sollte dir dann endgültig helfen, zu begreifen, dass es einfach keinen Grund gibt, sich vor Fehlern oder Blamagen zu fürchten. 

Das „Rauszoomen“ ist meine bevorzugte Methode, die ich anwende, wenn der innere Zweifler wieder einmal zu mächtig wird. Nachdem ich dann alles gedanklich auf atomare Größe geschrumpft habe, geht alles viel leichter!

Andi Heiss

Abschließend möchte ich gerne noch sagen, dass du mit deinen Ängsten und Zweifel nie alleine bist. Egal wohin du schaust, wen du achtest oder bewunderst – jeder hat damit zu kämpfen. Je mehr Selbstvertrauen du entwickelst und je weiter du deine Komfortzone ausdehnst, umso besser wirst du mit Versagensängsten umgehen können. Dass du lernen musst damit umzugehen ist daher kein Zeichen von Schwäche, sondern ganz normal. Es ist ein Zeichen von Stärke dem entgegenzutreten – immer und immer wieder…

Falls du das eine oder andere Mal zögerst, weil du Angst vor den Konsequenzen hast, dann hoffe ich, können dir diese Tipps weiterhelfen. Ich musste (muss) da auch durch!

Andi

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