Wie lange dauert es seinen Wunschkörper aufzubauen? – die Sache mit der Geduld!

Hier sehen Sie Andreas Heiss

Wunschkörper... Klar! Aber wie lange muss ich trainieren?

 
Eine der am häufigsten gestellten Fragen zum Thema Wunschkörper lautet in etwa: „Wenn ich jetzt mit dem Training anfange, wie lange dauert es, bis ich Ziel XY erreicht habe?“.
 
Wobei Ziel XY schon des Öfteren auch gerne ein sehr hochgestecktes Endziel darstellt. Beispielsweise wie ein internationaler Spitzenathlet oder ein sehr bekanntes Fitness-Model auszusehen. Aber große Ziele sind eigentlich immer gut, solange sie uns nicht langfristig frustrieren. Ziele müssen auch nicht immer realistisch sein. Wichtiger ist, dass man seinem Tun eine konkrete Richtung gibt.
 
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Ich persönlich wollte in meiner Jugend immer Mr. Olympia werden – also der beste Bodybuilder auf dem Planeten. In aller Bescheidenheit 🙂

Habe ich meine ursprünglichen Ziele erreicht?

 
Nein, nicht einmal ansatzweise! Was ich aber erreicht habe, ist Training und Ernährung zu meinem Lifestyle zu machen. Ich lebe gesünder und bin energiegeladener, als wenn ich nicht mit dem Training angefangen hätte. Ich habe mich dadurch auch persönlich stark weiterentwickelt – Disziplin, Selbstvertrauen, Kontinuität, mentale Stärke…
Und auch wenn ich keinen großen Titel gewinnen konnte, bin ich heute mit dem optischen Entwicklungsstand meines Körpers mehr als zufrieden.
 
All das hätte ich durch meine anfängliche Überschätzung, naive Übermotivation und auch Ungeduld vielleicht nie erreicht. Wie gesagt – Hauptsache man hat Ziele, für die man innerlich brennt – ob man später sein Ziel zu 100% erreicht ist sekundär.
 
Mein Tipp: Sei ein Träumer! Sei ein Spinner! Glaub ruhig an „unrealistische“ Ziele – glaub an Ziele, die dein inneres Feuer entfachen – Ziele für die es sich lohnt jeden Tag 120% zu geben! Große Ziele und 120%iger Einsatz sind jene Zutaten, die dich unglaublich weit bringen werden.
 
Neben den Zielen kommen wir nun zur Zeitspanne bis man XY erreicht hat. Und auch hier überschätzt man sich fast noch mehr, als bei den zu hoch gegriffenen Zielen. Oft wird von Fitnessneulingen in Wochen gedacht. Es wird also geglaubt oder angenommen, dass man seinen Körper innerhalb weniger Wochen stark verändern kann.
Zusätzlich geschürt wird diese Fehlannahme durch die sozialen Medien, in welchen sich die Leute immer gerne als kleine Übermenschen darstellen (mach ich auch manchmal) und auch der Trend der 10 Wochen-, 12 Wochen- oder „Ich mach dich sexy“-Programmen trägt dazu bei.
 
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Ich durfte sogar eine Dame kennenlernen, die am Donnerstag mit dem Training angefangen hat und sich am darauf folgenden Dienstag über die ausbleibenden Fortschritte beschwerte.
So amüsant das jetzt auch klingt – es steht jedoch symptomatisch für die herrschende Ungeduld.

Wie lange dauert es nun wirklich meinen persönlichen Wunschkörper aufzubauen?

 
Die langweilige aber ehrliche Antwort: Ich weiß es nicht!
 
Niemand kann dir das sagen!
 
Das hängt einfach von zu vielen Variablen ab:
 - Was ist überhaupt dein Ziel? Weltklasse Athlet oder nur ein paar Kilogramm abnehmen
 - Genetik – nicht jeder ist zum Athleten oder Model geboren
 - Fokus – wie hoch ist dein Einsatz?
 - Stimmen Training und Ernährung?
 - Wie sieht dein Umfeld aus (Arbeit, Familie, Hobbys,…)
 - usw.
 
Alleine der Faktor „Genetik“ macht es unmöglich eine Prognose abzugeben. Manche schaffen in einem einzelnen Jahr mehr als andere in zehn Jahren.
 
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Und es ist auch gut, es nicht zu wissen. Oder würdest du überhaupt deine Reise beginnen, wenn du wüsstest, dass du in 8 Jahren vielleicht einmal 50% von deinem Traumkörper erreicht hast?
Sei ehrlich! Ich glaube  für die meisten wäre das der Motivationstod. Wäre es vielleicht auch für mich gewesen.
 
Das gilt jetzt nicht nur fürs Training – es trifft auch auf deine Karriere oder deine allgemeine Lebensplanung zu. Das Training ist nur immer ein so großartiges Beispiel, da du hier die meisten Faktoren selbst bestimmen kannst. Wie viel du trainierst – und wie hart – wie du dich ernährst – wie viel Erholung du deinem Körper gibst – all das liegt bei dir. Nur die Genetik ist vorgegeben. Im Beruf oder Alltag hast du bedeutend mehr Faktoren, die du nur schwer bis gar nicht beeinflussen kannst.
 
Zusammengefasst beginnen wir Reisen – in diesem Fall das „Projekt Traumkörper“ – oft mit unrealistischen Zielen in Kombination mit viel zu kleinen Zeitspannen zur Verwirklichung.
Und das ist auch gut so – das motiviert uns – lässt die Leidenschaft brennen!
 
Wir müssen uns nur immer die Tatsachen vor Augen halten, dass Stolpersteine und Verzögerungen ganz normal sind.
Obwohl Geduld als Tugend gilt, denke ich, dass ein gesundes Maß an Ungeduld nicht schadet – solange man sich nicht damit selbst verrückt macht.
 
Wenn es nun dreimal so lange dauert bis wir unser Ziel erreicht haben? – was soll’s! Spielt das wirklich eine Rolle?
 
Um ein „erfülltes“ Leben zu haben, brauchst du neben allen anderen Faktoren (Liebe, Herausforderungen, Siege/Niederlagen,…) einen funktionalen Körper. Du brauchst vielleicht keinen schönen Körper – im Sinne der Fitnesswelt – um glücklich zu sein, aber du brauchst mit Sicherheit einen Körper der jeden Tag seinen Job macht und deine Gedanken in Bewegungen/Aktionen umsetzt.
 
Alleine für die Aufrechterhaltung der Funktionalität deines Körpers, ist Training mit Gewichten schwer anzuraten – ein Leben lang.
 
Genau – ein Leben lang!!! Und wenn du sowieso ein Leben lang trainierst, dann spielen ein paar Monate oder sogar Jahre auf und ab, keine große Rolle.
Also – auch wenn die Fortschritte langsamer kommen als gedacht/gewünscht – bleib trotzdem mit vollem Einsatz dahinter. Es lohnt sich immer.
 
Und um die Motivation aufrechtzuerhalten und den maximalen Spaß aus dem Training zu holen, empfehle ich dir, auch die kleinsten Fortschritte zu feiern. Führe ein Journal (oder App) in welchem du deine Trainingsfortschritte siehst. Mach Bilder von dir und vergleiche diese in größeren Abständen.
Du wirst die optischen Veränderungen selbst nicht mitbekommen, da sie sehr langsam zu Stande kommen und du dich ja jeden Tag siehst. Sprich – dir fehlt einfach der objektive Vergleich. Vergleichsbilder können da Abhilfe schaffen und einen direkten Vergleich über einen größeren Zeitraum ermöglichen.
 
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Ich selbst habe zum Beispiel nicht gemerkt, dass ich viel zu fett geworden bin – bis mir Fotos die traurige Wahrheit gezeigt hatten. Ich habe aber auch nicht gemerkt, wie gut ich tatsächlich in Form war nach meiner ersten richtigen Diät, bis ich die fertigen Bilder vom Fotoshooting bekommen hatte. Die Selbstwahrnehmung kann da wirklich schlimm täuschen.
Solange es Schritt für Schritt nach vorne geht – kannst du zufrieden sein – auch wenn es Babyschritte sind!
 
Daher abschließend – sei ruhig ein Träumer – sei ruhig ungeduldig. Nutze beides, um deinen Zielen näher zu kommen und um ein großartiges Leben zu führen. Lass dich aber auch nicht verrückt machen, wenn es mal länger dauert. Solange du mit Leidenschaft und vollen Einsatz dabei bist – kannst du gar nicht anders als gewinnen!
 
Andi
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