Meine Vorbereitung auf ein Fotoshooting – und was ich in Zukunft anders machen werde!

Andreas Heiss

Gemeinsam mit Anja habe ich mich wieder einmal auf ein Fotoshooting vorbereitet. Wer schon einmal ein Fitness-Shooting gemacht hat, wird wissen, dass ein solcher Termin in der Regel einer gewissen Vorbereitung bedarf.

Wer sich vor die Kamera stellt, will natürlich in einer ausgezeichneten Form sein. Einen Sixpack sieht man nur mit geringem Körperfettanteil.

In der Praxis wird jeder seine eigenen Wege haben, um sich bestmöglich präsentieren zu können. Es wird sogar welche geben, die komplett auf eine Vorbereitung verzichten, da sie pauschal immer in einer repräsentablen Form sind.

Andreas Heiss

Hier findest du meine Ernährung zu dieser Vorbereitung und hier kannst du mein Training einsehen!

Ich habe für den Fototermin immer eine abgeschwächte Version einer Bodybuilding-Wettkampfvorbereitung gemacht:
 - trainieren wie ein Tier
 - klassische Diät halten (Pute, Reis, Gemüse,…)
 - Entladen-Laden und entwässern in der letzten Woche

Jetzt kann man natürlich darüber streiten, ob vor allem die Aktionen in der letzten Woche für ein Shooting wirklich notwendig sind. Ich bin der Meinung, dass es auch gut ohne Entladen/Laden geht, persönlich habe ich es zur Sicherheit immer eingebaut. Anderen empfehlen würde ich es aber nur bedingt.

In der letzten Woche ist die Diät schon abgeschlossen (bzw. sollte es sein) und es geht nur noch darum das Wasser aus der Unterhaut zu bekommen und die Muskulatur prall zu halten.

Eine Variante der letzten Woche:
Allgemein kein Beintraining mehr – Stichwort Wassereinlagerungen
Mo sehr wenige Kohlenhydrate, viel Wasser, viel Salz
Di sehr wenige Kohlenhydrate, viel Wasser, viel Salz
Mi sehr wenige Kohlenhydrate, viel Wasser, viel Salz

das war „Entladen“ – nun kommt der Wechsel zum „Laden“

Do viele Kohlenhydrate, wenig Wasser, kein Salz
Fr viele Kohlenhydrate, sehr wenig Wasser, kein Salz
Fotoshooting am Freitag Nachmittag oder Samstag Vormittag

Die Mengen und die Dauer des Entladen-Laden-Prozesses sind sehr individuell und hängen von den Zielen, der Verfassung und dem Körpergewicht ab (zuzüglich anderer Faktoren). Wettkampfathleten haben meist ein komplexeres Konzept, denn auf der Bühne zählt jedes noch so kleine Detail. Ein Fitness-Fotoshooting ist vom Anspruch her deutlich unter einer Wettkampfvorbereitung.

Andreas Heiss

Für mich hat das Konzept immer gut geklappt, wie ihr auf den älteren Bildern sehen könnt. Wobei ich schon sage, dass die letzte Woche äußerst nervig sein kann. Ich habe mich nie mit dem Entwässern anfreunden können. Für mich fühlt sich Durst um ein Vielfaches schlimmer an als Hunger. Daher war ich immer froh, wenn diese Phase bzw. das Shooting vorüber war.

Diesmal lief aber einiges schief!

Genau bei dieser Vorbereitung, mit all meiner Erfahrung und nach den unzähligen Predigten, die ich euch schon gehalten habe, habe ich, zu meiner eigenen Schande, den größten Kardinalfehler begangen.

Ich habe es mit der Diät übertrieben.

Um schneller fertig zu werden bzw. einen Vorsprung rauszuarbeiten, hatte ich aus unerfindlichen Gründen die krude Idee „vorzuarbeiten“. Ich habe an bestimmten Tagen die Kalorien drastisch gesenkt, mit der Intention die Diät dadurch beschleunigen zu können. Das funktioniert auch unter gewissen Umständen und bis zu einem bestimmten Grad. Eine pauschal gute Idee ist es jedoch nicht.

Ich hatte viel mehr Hunger als gewohnt (richtig unangenehm) und einige Trainingseinheiten waren wegen des niedrigen Energielevels nicht gut.

Das ist nicht das was ich selber unter Fitness oder einer Diät verstehe. Ich würde solche extremen Reduktionen auch niemanden empfehlen - niemals. Eine Diät soll Spaß machen und für das Training muss einfach genug Energie vorhanden sein.

Ich stelle mir einen idealen Diätverlauf wie ein großes Schiff vor, das langsam, gleichmäßig aber beständig in den Hafen einläuft. Ohne Sprünge – ohne Zick-Zack-Läufe.

Mein Lehren aus dieser Diät und was ich in Zukunft anders machen werde!

Auf die „Letzte-Woche-Vorbereitung“ werde ich ab jetzt komplett und ersatzlos verzichten. Ich werde nie wieder Entladen/Laden oder entwässern. Darauf habe ich keine Lust mehr und die 3% bessere Form ist mir den Aufwand nicht wert. Ab jetzt wird sauber Diät gehalten und am Tag X nur noch das T-Shirt ausgezogen – und das war es dann. Hier werde ich mich von meinen Bodybuilding-Wurzeln trennen.

Auch ohne diese Letzte-Woche-Aktionen, wird man auf den Bildern großartig aussehen.

Ein weiterer Punkt ist, dass ich wieder auf meine eigenen Ratschläge hören werde. Die Diät wird in Zukunft linear und mit so vielen Kalorien wie nur möglich verlaufen. Nie wieder extreme Aktionen. Sauber planen, sauber durchziehen und sauber, wie ein Dampfer, einlaufen.

Das Ironische an dieser Vorbereitung war, dass Anja unseren Konzepten genau gefolgt ist und eine viel schönere Diät hatte als ich mit meinen Experimenten.

Aber egal – wir sind auf diesem Planeten, um stetig dazuzulernen. Das habe ich nun auch wieder gemacht und werde die Lehren für zukünftige Projekte mitnehmen. Und mit ein bisschen Glück, habe ich die Fehler auch zu deinem Vorteil gemacht und du kannst es mit diesem Wissen gleich besser machen.

Andreas Heiss

Ich schmeiße auch mein Fahrrad (Ergometer) auf den Müll. Ich werde wahrscheinlich nie wieder mit so einem Teil Cardio-Training machen. Mir bringt das einfach nichts – jedenfalls nicht so viel, dass ich etwas merken würde. Und wenn ich den Zeitaufwand berechne, der um einiges höher ist als mein Krafttraining, wo ich deutlich sehen kann, was es bringt, dann steht das Verhältnis einfach nicht dafür. Es langweilt mich auch zu Tode. Daher Ende und Aus. Wenn ich mich auspowern will, dann gehe ich auf den Berg. Das macht richtig Spaß und ich verbrenne viel mehr Kalorien.

Die eine Sache, die immer klappt und auch unangetastet in dieser Form weiter betrieben wird, ist mein Training. Der kompakte 3er Split hat mir in den letzten Jahren mehr als gut gedient und ist vor allem in der Diät-Zeit von unschätzbarem Wert. Durch den niedrigeren Energielevel, ist ein kurzes aber dafür intensiveres Training um einiges produktiver, als sich durch exzessives Volumen-Training zu quälen.

Dieses Training ist für mich in Stein gemeißelt (3X30).

Andi

Pin It

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.