Warum Männer die Frauen nicht verstehen – und anders rum!

Andreas Heiss

Das Thema liefert neben dem tatsächlich vorhandenen Konfliktpotential natürlich auch sehr viel Material für Spaß aller Art. Ich möchte hier niemandem die Freude an Beziehungskomödien, Stammtischwitzen oder Mario Barth nehmen, denke jedoch, dass einige von euch froh darüber wären, das andere Geschlecht besser verstehen zu können.

Der ganze Gender-Wahnsinn inkl. Feminismus 3.0 kann eine Tatsache nicht verleugnen (auch wenn sich das viele aus diversen Gründen wünschen) – Männer und Frauen sind nicht gleich – und werden es auch nie sein. Der Unterschied ist in unserem genetischen Code fest verankert!

Und genau hier fängt das Problem an:
Männer behandeln Frauen wie Männer und Frauen behandeln Männer wie Frauen! Es wird aus der eigenen Sicht agiert – ohne die nötige Empathie für das andere Geschlecht bzw. aus mangelndem Wissen darüber.

Das Ergebnis dieser Vorgehensweise ist das gleiche, wie der Kauf einer süßen Katze, die du in deine Wohnung bringst und „Platz“ rufst. Das Kätzchen wird dich nicht verstehen und schon gar nicht deine Erwartungen erfüllen. Auch nicht nach dem Hundertsten „Platz“.

Ein guter Weg das andere Geschlecht besser verstehen zu können, ist in „Polaritäten“ zu denken. Anziehung entsteht nur durch unterschiedliche Pole – gleiche Pole stoßen sich ab und neutrale Pole erzeugen gar keine Wechselwirkung.

Und was sind hier die Pole? Nicht der Nord- und Südpol! Auch nicht Plus und Minus wie bei Magneten!

Es sind die femininen und die maskulinen Pole!

Pole

Das sind nur ein paar der Eigenschaften, die das Maskuline vom Femininen unterscheiden und umgekehrt – gibt ja sehr viele mehr. Sieh das Ganze auch ohne Bewertung – nichts ist per se schlecht oder gut – es sind einfach Eigenschaften. Von Vorteil oder Nachteil werden sie erst im Kontext.

Leider sehen wir in der heutigen Zeit (Geschäftswelt, Feminismus, zwanghafter Erfolgsdruck…) oft die femininen Eigenschaften als Schwäche an. Wir gehen sogar soweit, dass wir direkt oder unterschwellig feminine Menschen in ein maskulines Korsett zwingen, um den „modernen“ sozialen und karrieretechnischen Ansprüchen zu genügen.

Dieser Zwang macht langfristig niemanden glücklich und führt dazu, dass wir Menschen zu etwas nötigen, was ihrer grundlegenden Natur widerspricht (ist wie einen Goldfisch ins Hamsterrad legen). Ich will das an dieser Stelle nicht weiter ausführen, da es in sich ein sehr komplexes Thema ist. Ich möchte aber festhalten, dass die femininen Eigenschaften definitiv nicht als Schwächen zu bewerten sind. Es tut uns und unserer Umwelt generell gut, Bewertungen aller Art auf ein vernünftiges Maß zurück zu fahren – nur so nebenbei.

Der Feminismus hat gute Leistung erbracht, um Frauen die gleichen Rechte und Chancen einzuräumen – ganz klar. Aber er geht zu weit, wenn er die feminine Seite pervertiert, um femininen Frauen eine Karriere aufzuzwingen, die ein maskulines Korsett verlangt. Nicht jede Frau ist vom Wesen her eine Hillary oder ein andere blöd von Plakaten grinsende Politikerin. Uhii – jetzt war ich bewertend – siehst du? – ist nicht schön!

Durch diese einfache Darstellung der Polarität, kannst du dir langsam ein Bild machen, warum die Kommunikation mit Menschen anderer Polarität (als deine eigene) nicht immer ganz einfach ist – jedenfalls nicht ohne das Bewusstsein darüber.

Der aufmerksame Leser mag sich vielleicht schon wundern, warum ich bisher ein wenig holprig von femininen oder maskulinen „Menschen“ gesprochen habe. Der Grund dafür ist, dass Männer nicht pauschal in die Sektion „maskulin“ und die Frauen nicht pauschal in die Sektion „feminin“ fallen.

Das ist der Tatsache geschuldet, dass es maskuline Frauen und feminine Männer gibt – mit allen Mischformen. Es geht sogar noch weiter – auch der maskulinste Mann und auch die femininste Frau, hat trotzdem noch Eigenschaften vom Gegenpol (in irgendeiner Ausprägung).

Tja – an den körperlichen Merkmalen kann man Männchen und Weibchen meist relativ problemlos voneinander unterscheiden. Bei der Kopfsache wird die Angelegenheit schon ein wenig komplexer.

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Um die Sache einfacher zu machen bzw. der Statistik zu folgen, können wir aber sagen, dass die meisten Frauen eher der femininen Seite zuzuordnen sind und die meisten Männer der maskulinen. Klingt logisch – ist logisch – so wie es meine maskuline Seite gerne mag.

Frauen denken emotional und Männer denken logisch (problemlösungsorientiert)!

Beispiel:
Die Frau kommt am Abend nach Hause und erzählt dem Mann ausschweifend über ihre Aktivitäten und Erlebnisse des Tages. Sie lässt auch nicht die gefühlt hundert Problemchen aus, auf die sie gestoßen ist. Während die Frau leidenschaftlich erzählt, kommt der Mann schon ins Schwitzen, weil er gar nicht mehr weiß, wo er anfangen soll. Welches Thema ist als erstes zu klären? Mit welchem Problem soll er anfangen? Was soll er nur tun, wenn ihm die Hände gebunden sind? Im schlimmsten Fall resigniert er und es kommt aus dem Frust heraus zum Streit (warum muss Sie mich immer mit solchen Dingen nerven?).
Hätte der Mann „gewusst“ dass die Frau lediglich reden will (Frauen sind besser im Kommunizieren und tun das auch lieber als Männer), hätte er sich entspannt zurücklehnen und den Ausführungen lauschen können. Manchmal nicken, zustimmen bzw. sich allgemein am Gespräch beteiligen.
Stattdessen hat sich sein Problemlösegehirn zugeschalten und versucht Dinge zu erledigen, die die Frau nicht erwartet hat. Sie will erzählen – er will Probleme lösen!

Auf der anderen Seite können viele Konflikte vermieden werden, wenn die Frau versteht, dass der Mann eher logisch und problemlösungsorientiert denkt. Warum reden Männer nie über Ihre Gefühle? Weil Männer einfach nicht das Bedürfnis danach haben. Hier kann eine Frau nicht das erwarten, was sie vielleicht mit ihren Freundinnen macht.

Wenn man sich diesen Zusammenhang (feminine und maskuline Pole) immer wieder ins Bewusstsein ruft, ist schon sehr viel getan um das Zusammenleben angenehmer zu gestalten.
Achte einfach bei den nächsten Gesprächen mit deinem Partner (oder auch mit deinem Umfeld) auf die mögliche Polarität bzw. ruf dir die Unterschiede in Erinnerung.

Merksatz – und die ultimative Erklärung:
Frauen würden lieber immer die Logik verletzen (oder leugnen), um die Emotionen zu schützen.
Männer würden lieber immer die Emotionen verletzen (oder leugnen), um der Logik gerecht zu werden!

Lasst uns ASYMETRISCH aber BALANCIERT zusammen leben – jeder mit seinen eigenen Waffen, aber auf gleicher Ebene!

Dem ist mit Bewusstwerdung Rechnung zu tragen und dementsprechend zu interagieren – dann wird es viel weniger Konfliktpotential geben und die Beziehungen erreichen ein ganz neues Qualitätsniveau.

Andi

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