Warum du mit Disziplin und Willensstärke alleine nicht weit kommst!

Andreas Heiss

Disziplin ist nicht zwangsläufig DER Erfolgsfaktor!

Nichts stirbt so schnell wie die guten Neujahresvorsätze. Generell sterben Vorsätze schnell. Warum ist das so? Warum versagen Menschen so extrem oft?

Ist es weil die Ziele nicht nach den SMART-Prinzipien (spezifisch – messbar – angemessen – erreichbar – zeitlich bestimmt) definiert werden?

Ist sicher teilweise eine Begründung. Wie ich schon im „Ziele-Artikel“ beschrieben habe, hat mich diese Methode der Zielsetzung mit anschließender beinharter Nachverfolgung in meinem Rahmen sehr erfolgreich gemacht.

Wie ich aber erkannt habe, ist das nicht der Weisheit letzter Schluss. Es mag bei mir gut funktioniert haben, da ich eine sehr hohe Schmerzgrenze besitze. Ich kann mich über Monate quälen ohne aufzugeben.
Für diesen Schlag von Menschen ist die „Ziele setzen Methode“ vielleicht gut und ausreichend. Was ist aber mit jenen, die diese Eigenschaft in kleinerem Umfang besitzen? Die bleiben zwangsläufig auf der Strecke – sie „versagen“.

Es gibt den Ansatz, dass man sich nur über einen gewissen Zeitraum (3 bis 4 Wochen) mittels Disziplin und Willensstärke „durchquälen“ muss, bis man aus der neuen Aktivität eine neue (selbstablaufende) Gewohnheit gemacht hat.
Klingt schön logisch und einfach: Ziele setzen – niederschreiben – nachverfolgen – durchbeißen – siegen – aufrechterhalten!
Zusätzlich noch Affirmationen „ICH BIN DER GRÖßTE“ 10 Mal täglich rausbrüllen und den Erfolg ganz fest visualisieren.
Das ist das handelsübliche „Erfolgskonzept“.

Oft verwechseln die Menschen Motivation, Willensstärke und Disziplin mit Leidenschaft. Ich wurde schon immer bewundert, dass ich gewisse Dinge so gut auf die Reihe bekomme. „Was? Du stehst um 5 Uhr auf, um zu trainieren – du bist sooo diszipliniert?“ – „Du kannst jeden Tag das Gleiche essen – nervt das nicht? Ich kann das nicht – hab deine Willensstärke einfach nicht“ – „Du bist ja immer so fleißig“,…

Andreas Heiss

Nur ist das lediglich der Schein – das was andere wahrnehmen. Ich selber habe in Bezug auf Training, Ernährung und Weiterbildung keine überdurchschnittliche Disziplin. Die Wahrheit ist, dass ich diese Dinge schlicht und einfach sehr gerne mache. An mir zu arbeiten und die Ergebnisse zu erhalten, bereitet mir große Freude. Und wo Freude, Spaß und Leidenschaft entsteht, braucht es keine Disziplin oder Willensstärke.

Mich muss auch keiner für Sex oder Videospiele motivieren (jedenfalls nicht häufig). Das tut man einfach gerne. Und so ist es auch mit den oben beschriebenen Bereichen.

Und das ist auch das ganze Geheimnis: Sich jene Aktivitäten zu suchen, für die man ein Mindestmaß an Leidenschaft entwickeln kann, um es Großteils (muss ja nicht immer sein) mit Freude durchzuziehen.
Oder für dich nervige Aktivitäten (Sport und Bewegung ist ein Muss – keine Option) so abändern, dass sie Spaß machen oder wenigstens mit vernünftigem Aufwand in dein Leben integrierbar sind.

Das ist der richtige Ansatz – und nicht eine zwanghafte Zielsetzung ohne Reflexion ob diese mit unserem Innersten übereinstimmt.

Ich möchte nicht zu sarkastisch werden, da mir gerade die Werkzeuge der Zielsetzung sehr geholfen haben – und sie sind auch besser als nichts bzw. für den Einstieg in die persönliche Weiterentwicklung bestens geeignet. Sie sind aber nur Werkzeuge, die an der Oberfläche kratzen und Menschen mit einer niedrigen Schmerzgrenze nicht den ersehnten Fortschritt bescheren können.

Die Begründung:
Wenn wir Ziele erreichen wollen, die aus welchen Gründen auch immer nicht mit unserem ureigenen Wesen harmonieren, werden sich unser Körper und unser Geist dagegen wehren.

Druck erzeugt Gegendruck! Mit Gewalt kannst du langfristig nichts erreichen.

Vergiss so dumme Motivationssprüche wie: „Wenn du dein Ziel noch nicht erreicht hast, dann hast du es nicht hart genug versucht!“
Das ist halbstarker Kindergartenkram für Zwangsgestörte und bringt niemandem was.

Durch unsere Vergangenheit, Erfahrungen, dem Umfeld, der sozialen Konditionierung, usw. wissen wir selber oft gar nicht, was wir WIRKLICH wollen und zwingen uns zu Aktivitäten, die uns nicht entsprechen. Wir bilden uns quasi ein, bestimmte Dinge zu wollen bzw. möchten wir unser Umfeld beeindrucken oder unserem Nächsten gefallen.

Und genau das ist die Einbahnstraße ins Unglück! Niemand ist jemals mit selbstauferlegten Zwängen glücklich geworden!

Andreas Heiss

Verfalle aber jetzt auch nicht dem anderen Extrem indem du dich gehen lässt oder dich nur noch auf die faule Haut legst. Das ist nicht was ich dir hier vermitteln will. Ich will jenen Weg anreißen, der für uns alle eine erfolgsversprechende Option darstellt. Egal ob du Disziplin bis zur Selbstgeißelung in dir trägst oder eben nicht.

Es geht um Kongruenz! Kongruenz bedeutet „übereinstimmend“ oder „passend“. Beim Thema Zielerreichung, Erfolg oder ein starkes Leben führen ist damit gemeint, dass die gesetzten Ziele oder Wünsche mit dem eigenen ureigenen (unverfälschten) Wesen übereinstimmen. Dass sich Wünsche, und Glaubenssätze mit unserem Innersten auf der gleichen Frequenz harmonisch schwingen.

Bei nicht vorhandener Kongruenz müssen wir anfangen uns unnatürlich zu verbiegen, uns zu zwingen dieses und jenes zu erreichen. Es fühlt sich schon im Prozess nicht gut an. Man spürt, dass etwas „faul“ ist. Und dieses schlechte (oft latente) Gefühl führt unweigerlich zur Aufgabe – zum Versagen!

Der erste Schritt aus dieser Falle ist Wünsche und Entscheidungen nicht aus dem Gefühl eines Mangels heraus zu treffen.

Wir ersehnen Veränderungen aus 2 Gründen:
• Negativ – wenn uns etwas fehlt – wenn etwas schmerzt (um das Negative loszuwerden)
• Positiv – wenn wir uns auf etwas freuen (das Positive herbei sehnen)

Ganz klar ist der erste Motivationsfaktor der schlechtere. Vermeide also Entscheidungen aufgrund von potentieller Schmerzlinderung zu treffen.
Beispiele:
„Ich muss dringend abnehmen, da meine Werte so schlecht sind“
„Ich muss mein Erscheinungsbild aufwerten, damit die Frauen mich nicht mehr ignorieren“
„Ich muss… sonst…“

Der für unseren Geist klar bessere – weil viel leichter aufrecht zu haltende – Ansatz ist sich die positive Veränderung vorzustellen bzw. darauf hinzuarbeiten.

Beispiele:
„Ich darf meinen Körper mit gesunder Nahrung versorgen und erreiche damit ein großartiges Körpergefühl. Es ist toll einen starken und leistungsfähigen Körper zu besitzen.“
„Ich halte jetzt Diät und freue mich auf das Ergebnis, wenn sich der Bauchspeck verabschiedet“
„Ich darf…und…“

Ohne Zwang – ohne Druck!

Andreas Heiss

Du wirst langfristig nur erfolgreich, wenn du mit der aktuellen Situation zufrieden bist – wenn du dich selber annimmst wie du gerade bist (happy mit dir im JETZT), mit dem Anspruch dich selber stetig zu verbessern. Ohne Zwang – ohne Druck – ohne Stress! Immer geduldig, optimistisch, zuversichtlich – mit Spaß und Freude. Ohne Mangel – das Erreichte ist für dich die Kirsche auf der Sahnetorte und keine Füllmasse, um ein Loch in deinem Leben zu schließen (Mangelbeseitigung).

Das Thema ist damit nur angerissen. Ich hoffe aber, dir einen kleinen Denkanstoß gegeben zu haben, damit du dich mit diesem unglaublich wichtigen Zusammenhang weiter auseinandersetzt.

Andi

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