No Pain, No Gain – die wahre Bedeutung für das Training!

Andreas Heiss beim Training

Hi Leute!

Ich glaube fast jeder der trainiert kennt diesen Spruch – es ist wahrscheinlich der berühmteste und markanteste Spruch im Bereich Fitnesstraining oder Bodybuilding. Auch wenn er nun seit über 40 Jahren durch die Gyms dieser Welt gebrüllt wird, zeigt er noch keine Anzeichen von Müdigkeit.

Aber es wird auch fast kein anderer Spruch so missverstanden bzw. missinterpretiert wie dieser.

Was bedeutet der Spruch für dein Training?

Für mich bedeutet es jedenfalls: Juhu! Endlich wieder mal Zeit zum Philosophieren!  🙂

Übersetzt heißt „No Pain, No Gain“ so viel wie „kein Schmerz, kein Zuwachs“ oder „kein Schmerz, kein Gewinn (oder Wachstum/ Erfolg)“.
Im deutschsprachigen Raum ist der Spruch auch mit „wer schön sein will, muss leiden“ gleichzusetzen.

Beide Sprüche haben die gleiche Kernaussage, beinhalten viel Wahres und im Endeffekt Motivierendes – aber auch viel Potential, um übers Ziel hinauszuschießen bzw. sich das Leben zu erschweren. Denn Leid und Schmerz sind nicht unbedingt etwas Erstrebenswertes – aber dazu später mehr.

No pain, No Gain“ sagt uns auch einfach, dass wir unsere Komfortzone verlassen müssen, wenn wir wachsen wollen – egal ob nun auf unseren Körper oder unseren Geist bezogen. Es bedarf immer ein Maß an Überwindung, um ein höheres Level an Leistung zu erreichen.

Hier sehen Sie Andreas beim Trizepstraining

Und beim Training bedeutet das Verlassen der Komfortzone wortwörtlich so etwas wie „Schmerzen“ überwinden. Nur wer es schafft alles zu geben und die letzten verdammt schweren, bis fast unmöglichen Wiederholungen raus zu quetschen, wird seine Muskeln zum Wachsen zwingen. Nur locker und lässig 10 Wiederholungen – ohne eine Miene zu verziehen – abzuspulen reicht nicht aus.
Man muss raus aus der Komfortzone – sich selbst überwinden – und rein in die „Schmerzzone“!

ABER!

Aber mit „Schmerzzone“ meine ich nicht den tatsächlichen Schmerz, der vor Verletzungen warnen oder darauf hinweisen soll! Ich meine den „Schmerz“, der uns das Verlassen der Komfortzone signalisiert. Es ist also kein Schmerz im eigentlichen Sinne – es ist mehr das Muskelbrennen kombiniert mit einem leichten Unwohlfühlen – das Signal unseres Hirns, unseren Körper nicht zu überlasten.
Genau in dieser Zone – Muskelbrennen, schweres Atmen, der Wunsch das Gewicht abzulegen und aufzugeben – müssen wir noch ein zwei oder drei Wiederholungen schaffen. Um, in diesen Falle, wieder wortwörtlich zu wachsen.

one more rep!“

Keinesfalls dürfen wir aber so hart, wild oder auch unvernünftig trainieren, dass wir tatsächlichen Schmerz verspüren. Denn dann ist es vorbei mit dem „Gain“, Wachstum oder Erfolg. Dann kommt nämlich das Gegenteil – Verletzung, schrumpfen, Auszeit, usw.

Viele Trainierende kommen gar nicht an diese Zone heran und brechen die Sätze schon lange vorher ab. Diese Leute trainieren einfach zu leicht, um Muskelwachstum herauszufordern. Kann man jeden Tag in jedem Gym beobachten. Dabei wird kein Trainingserfolg erzielt, aber es drohen dafür auch keine Verletzungen. Ein kleiner Trost 🙂 

Hier sehen Sie Andreas beim Brusttraining

Es gibt aber auch die motivierte oder übermotivierte Fraktion. Da war ich selbst lange genug drinnen und weiß daher sehr gut von was ich hier spreche.

Jene leben nach dem Motto „mehr ist besser“ oder „viel hilft viel“. Ab ins Gym – Beastmode an – Booster laden – und mit Squats die Legs zerstören. 🙂 

Nur nach „zu hart“ kommt „ab“! Will sagen, dass wenn ein gewisser Grad überschritten wird, der Körper nicht mehr mitmacht und mit Verletzungen auf seine Misshandlung reagiert.

Daher ist das mit dem „No Pain“ immer relativ zu sehen. Ja – du musst raus aus der verdammten Komfortzone um auch nur irgendwas zu erreichen! Und ja – das sollst du auch regelmäßig tun – denn das ist LEBEN.
Aber nicht zum Preis von Zerstörung! Bleib immer in der Zone des gesunden Schmerzes. Häng dich voll rein – streng dich an – trainiere bis an dein Limit und ein wenig darüber hinaus! Gehe aber nicht zu weit.

Versuche stets im Training Übungen und Sätze zu vermeiden, welche dir tatsächliche Schmerzen bereiten. Wenn du bei den Kniebeugen permanent Rückenschmerzen bekommst, kann es sein, dass du einfach für diese Übung nicht gemacht bist. Dann bringt es dir auch nichts auf Biegen und Brechen diese Übung zu machen. Andere werden damit schon Erfolg haben, du aber nicht.
Dann mach stattdessen Beinpressen. Lerne diese Übung perfekt und stecke da deine ganze Energie rein. Das bringt dir tausendmal mehr als bei den Kniebeugen zu scheitern.

Das ist ganz wichtig zu verstehen:
Gewisse Trainingsprinzipien sind für alle universell gültig (Bsp. Muskeln wachsen mit progressivem Widerstandstraining), aber nicht alle Pläne, Übungen und Konzepte sind gleich gut für jeden geeignet. Nicht jeder wird mit Flachbankdrücken glücklich, nicht jeder kommt mit einer Low-Carb-Ernährung klar, nicht jeder verträgt vier Trainingseinheiten pro Woche. Man kann einfach nicht mit dem Kopf durch die Wand – das wird dir dein Körper nicht erlauben und mit bösen Sanktionen antworten, falls du es doch probierst.

Wenn nun ein Trainingsplan, eine Übung oder eine Ernährungsform wirkliche Schmerzen, ein andauerndes Unwohlsein hervorrufen und damit dir die Motivation raussaugen, dann wird es Zeit sich Alternativen zu suchen. Und nicht mit mehr Schmerz, mehr Erfolg erzielen zu wollen.

Und darum geht es mir in diesem Artikel und das ist dann auch der Bezug zum Anfang. Sich anzustrengen, Gas geben, sich überwinden und neues Land zu entdecken ist toll und erstrebenswert. Wenn es mal richtig schwer wird und man ein Kribbeln in der Magengegend verspürt – das ist die Zone in der wir wachsen.

Schmerz und Leid??? Dafür wurden wir, meiner Meinung nach, nicht geboren. Die gehören zwar auch in unser Leben und sind manchmal nicht zu vermeiden – aber wir sollten sie keines Falls aktiv suchen oder wissentlich herbeiführen.

Hier sehen Sie Andreas Heiss

Ich sehe das wie gesagt so: Es ist geil sich richtig zu verausgaben und man soll stolz auf seine Disziplin oder Leidenschaft sein – aber der Spaß darf nie zu kurz kommen. Der „Schmerz“ der Überwindung ist gut – tatsächlicher Schmerz aber unter allen Umständen zu vermeiden.

In diesen Sinne – No Fun, No gain!

Andi

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